In dem Tal zwischen Detmold und Blomberg, wo der Nebel länger über den Wiesen ruht als irgendwo sonst in Lippe, steht ein altes Gut namens Spruteschen Hofe. Heute fahren die Leute achtlos daran vorbei – doch die Alten im Dorf senken immer noch den Blick, wenn sie diesen Weg nehmen. Denn einst, vor mehr als eineinhalb Jahrhunderten, war dieses Gut bekannt für einen Geist, der keine Ruhe fand.
Die alte Geschichte: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bemerkte die dort lebende Familie seltsame Dinge: Jeden Morgen standen die Stalltüren offen, obwohl sie mit einem schweren Eisenriegel verschlossen waren; Milch war verschüttet in der Küche, ohne dass jemand darin gewesen wäre; und die Kühe muhten um Mitternacht, als ob jemand zwischen ihnen stünde – doch niemand war zu sehen.
Am meisten litt Greta, die junge Schwiegertochter des Hauses. Jede Nacht, wenn sie sich hinlegte, spürte sie einen kalten Atem hinter der Tür und Schritte auf dem Dachboden über ihr. Einmal, so erzählte sie, habe sie eine Hand auf der Schulter gespürt, und auf ihrer Haut blieben blaue Flecken – als hätte sie Eis berührt.
In ihrer Verzweiflung rief die Familie einen Priester aus Paderborn – Pater Hans. Er kam mit Pferd und Wagen, schweren Gebetsbüchern und einer Flasche Weihwasser.
Vor den versammelten Dorfbewohnern betete er stundenlang, während durch die leeren Räume Krachen und Pfeifen erklangen. Schließlich rief er: „Im Namen Gottes, verlasse diesen Ort und folge mir!“
Ein Donnerschlag erschütterte die Wände, und die Türen des Stalls sprangen von selbst auf. Der Priester trat ein, und als er wieder herauskam, war sein Pferd bereits eingespannt. Ohne ein Wort fuhr er fort – hin zum nahegelegenen See Brockhauser Mühlenteich. Der Geist kehrte nie zurück.
Die Alten sagen, der Pater habe den Geist im See eingeschlossen, und noch heute steigen dort manchmal kalte Luftblasen auf, selbst wenn kein Wind geht.
Zeugenaussagen aus jüngster Zeit: Im Jahr 2021 besuchte ein Fotograf aus Detmold, Nils P., das Gebiet, um verlassene Höfe zu dokumentieren. Auf einem Foto, das er in der Dämmerung bei den Überresten des Spruteschen Hofes machte, sieht man die verschwommene Gestalt einer Frau in Weiß, neben der zerfallenen Stalltür.
Als Nils das Bild entwickelte, sagte er, die Gestalt habe sich „weder mit Licht noch mit Schatten bewegen lassen“. Am nächsten Tag wollte er zurückkehren – doch der Weg war verschwunden. Sein GPS führte ihn mitten in ein Maisfeld, obwohl alte Karten dort einen Pfad zeigten.
Drei Tage später hörte er in seiner Wohnung in Detmold ungewöhnliche Geräusche – tropfendes Wasser, obwohl der Hahn trocken war, und zwei feuchte Fingerabdrücke erschienen auf seinem Badezimmerspiegel.
Er gab das Foto dem örtlichen Museum, doch der Kurator lehnte ab: „Zu echt“, sagte er.
Der Volksglaube: Bis heute glauben die Dorfbewohner, dass der Geist des Spruteschen Hofes nie ganz verschwunden ist. Jedes Jahr, in der Nacht vom 12. auf den 13. November, hört man am Brockhauser Mühlenteich das Rumpeln von Wagenrädern, obwohl nichts als Nebel auf der Straße liegt.
Und wer in jener Nacht eine Flasche Wasser aus dem See schöpft – findet sie am Morgen trüb und eiskalt.
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