Als sich das Wasser des Lebens mit dem Wasser des Bleis vermischte
Bleiwäsche/Legenden-Geschichte
Vor langer Zeit, als Bleiwäsche noch ein kleiner Weiler von Bergleuten im Herzen des Sauerlandes war, lebten die Menschen vom Blei, das sie tief aus der Erde holten. Das graue Metall war schwer, kostbar – und gefährlich.
Zum Reinigen des Bleis brauchten sie Wasser. Unten im Tal floss ein Bach, in dem sie das Erz wuschen. Weiter oben jedoch sprudelte eine heilige Quelle, deren Wasser so klar war, dass man sagte, es sei das „Wasser des Lebens“.
Die Alten warnten: „Diese beiden Wasser dürfen sich niemals berühren – das eine gibt Leben, das andere nimmt es.“
Doch mit der Zeit wurden die Menschen ungeduldig und gierig. Ein junger Bergmann namens Hans schlug vor, die reine Quelle mit einem Kanal zum Bleibach zu verbinden. „Dann haben wir mehr Wasser, mehr Blei – und mehr Glück“, sagte er.
Die Dorfbewohner folgten ihm. So verbanden sie die beiden Wasser zum ersten Mal.
Am selben Tag geschahen seltsame Dinge. Die Fische starben, die Vögel verstummten, und das Wasser in den Brunnen wurde trüb und schwer. Die Menschen fühlten sich krank, ihre Haut wurde blass, und Kinder wurden schwach wie Schatten.
In ihrer Verzweiflung gingen sie zu einem alten Einsiedler, der über der Quelle lebte. Er sprach leise: „Das Wasser der Erde ist wie das Blut des Lebens. Wenn du das Reine mit dem Vergifteten mischst, wird die Welt selbst krank.“
Aus Angst und Reue schütteten die Dorfbewohner den Kanal zu und setzten einen steinernen Kreuzblock an den Ort, wo sich die Wasser berührt hatten. Drei Tage später wurde das Wasser wieder klar, die Fische kehrten zurück, und die Menschen atmeten auf.
Seit diesem Tag schworen sie: „In Bleiwäsche bleiben die Wasser getrennt – eines für das Leben, eines für die Arbeit.“
Die Lehre der Legende So erzählt man bis heute: Die Menschen von Bleiwäsche lernten damals, dass Wasser – wie die Erde selbst – ein Herz hat. Und wer es verletzt, verletzt auch sich selbst.
Darum sagen die Alten im Dorf noch heute: „Mische nie das Wasser, das die Seele nährt, mit dem Wasser, das das Blei reinigt.“
Diese Geschichte wurde veröffentlicht am 23.10.2025
Autor des Artikels Schatzi
Haben Sie einen Fehler im Text oder in den verwendeten Bildern gefunden? Melden Sie es uns jetzt: Kontakt
Wir nutzen Cookies, um die Funktionalität dieser Website zu gewährleisten. Notwendige Cookies sind immer aktiv. Für Google Maps benötigen wir Ihre Zustimmung. Mehr erfahren
Cookie-Einstellungen
Wir respektieren Ihre Privatsphäre. Sie können selbst entscheiden, welche Cookies Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei Deaktivierung bestimmter Cookies einige Funktionen der Website möglicherweise nicht verfügbar sind.
Notwendige Cookies
Erforderlich
Diese Cookies sind für die grundlegende Funktionalität der Website unbedingt erforderlich. Sie können nicht deaktiviert werden, da die Website ohne sie nicht ordnungsgemäß funktionieren würde.
Verwendete Cookies:
PHPSESSID - Sitzungsverwaltung für angemeldete Benutzer und Formularübermittlungen
cookie_consent, cookie_choice - Speichert Ihre Cookie-Einstellungen für zukünftige Besuche
Google Maps
Optional
Diese Cookies ermöglichen die Anzeige interaktiver Karten von Google Maps. Wenn Sie diese Cookies akzeptieren, können Karten mit Standortmarkierungen angezeigt werden.
Anbieter: Google LLC Zweck: Anzeige interaktiver Karten zur geografischen Darstellung von Geschichten und Städten Datenschutz:
Google Datenschutzerklärung
Hinweis: Durch die Aktivierung von Google Maps werden Daten an Google LLC (USA) übertragen. Google kann Ihre IP-Adresse und andere Informationen erfassen.